Die Erde spricht: 

Ihr habt mir großen Schmerz
     bereitet,
habt mich verletzt und
     ausgebeutet.
Seit ewig hab ich euch
     gegeben,
was alles ihr gebraucht zum
     Leben.

Ich gab euch Wasser, Nahrung;

     Licht,
lang hieltet ihr das
     Gleichgewicht;

habt urbar mich gemacht
     gepflegt;
was ich euch bot, betreut,
     gehegt.
Doch in den letzten hundert
     Jahren
ist Satan wohl in euch
     gefahren.

Was in mir schlummert, wird
     geraubt,
weil ihr es zu besitzen glaubt.
Ihr bohrt nach Öl an tausend
     Stellen,
verschmutzt die Meere, Flüsse,
     Quellen

umkreist mich sinnlos Tag und
     Nacht,
seid stolz, wie weit ihr es
     gebracht.
Habt furchtbar mich im Krieg
     versehrt,
kostbaren Lebensraum
     zerstört,
habt Pflanzen, Tiere
     ausgerottet,
wer mahnt, der wird von euch
     verspottet -
kennt Habgier, Geiz und
     Hochmut nur
und respektiert nicht die
     Natur.

Drum werde ich jetzt Zeichen
     setzen
und euch, so wie ihr mich,
     verletzen.
Ich werde keine Ruhe geben,
an allen meinen Teilen beben,
schick euch Tsunamiwellen hin,
die eure Strände überziehen.
Vulkane werden Asche spei'n,
verdunkelt wird die Sonne
     sein.
Ich bringe Wirbelstürme,
     Regen,
bald werden Berge sich
     bewegen,
was himmelhoch ihr habt
     errichtet,
mit einem Schlag wird es
     vernichtet,
und Blitze, wie ihr sie nicht
     kennt,
lass fahren ich vom Firmament.

Ich kann es noch viel ärger
     treiben,
drum lasst den Wahnsinn
     endlich bleiben!

Hört, Menschen, was die Erde
     spricht -
denn ihr braucht sie, sie
     braucht euch nicht!


(Hilde Philippi, Krone, 30.05.2010)

 

    

14.6.10 13:47

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